Segeln auf der Ostsee

29. August, 2011

Tanker

Ich habe mal wieder segeln auf der Ostsee geübt.

Vor etwa zehn Tagen sind wir bei leichtem Regen in Schleswig aufgebrochen. Bei guten Wind erreichen wir nach fünf Stunden Kappeln, wo gerade das jährliche Hafenfest wütet.

Am nächsten Morgen sorgt das gute Wetter und der kräftige Südwestwind für reichlich Verkehr bei Schleimünde:

Schleimünde

Ohne Motor und bei ordentlicher Dünung (ich muss an Deck bleiben damit ich nicht seekrank werde) erreichen wir am Abend die alte Hafenstadt Marstal, unser erstes Ziel in Dänemark.

Am dritten Tag geht es bei ungünstigem Ostwind und sonnigem Wetter weiter nach Bagenkop.

In der Nacht ist Sturm. Am späten Vormittag lässt der Wind nach und wir entschließen uns trotz heftiger Dünung zurück nach Deutschland zu segeln, da der Wind idealerweise aus Nordost weht. Gegen Abend schläft der Wind ein und wir kommen unter Motor gegen 19 Uhr in Heiligenhafen an. Um noch etwas von der Stadt zu sehen, verbringen wir den fünften Tag unseres Törns in Heiligenhafen. Direkt neben dem Yachthafen gibt es einen langen Sandstrand und ein Vogelschutzgebiet. Auf der Landzunge zwischen Strand und Hafen stehen schöne kleine Häuschen:

Heiligenhafen 1

Heiligenhafen 2

Als Sahnehäubchen verläuft auch noch der FKK-Strand direkt vor den Häuschen.

Bei wenig Wind (aber ohne Regen) fahren wir an Tag sechs weiter Richtung Kieler Bucht. Wir müssen ein Schießgebiet der Marine umfahren und bekommen dabei teilweise Geleit vom „Sicherungsboot“ Schleswig-Holstein. Ich kann zum ersten Mal meine Funkausbildung von der Bundeswehr gebrauchen und mich ordnungsgemäß bei den sächsischen Soldaten der Schleswig-Holstein nach dem richtigen Kurs erkundigen (Bojen Hotel-9 und Hotel-3 ansteuern).

Das Highlight des Tages ist ein Schweinswal der in der Kieler Bucht in circa fünf Metern Abstand am Boot vorbeischwimmt. Die sieht man wohl nicht so oft. Am Abend erreichen wir unseren nächsten Hafen in Strande.

Am siebten Tag ist Regen vorhergesagt (tritt aber nicht ein) und wir verbringen den Tag in Kiel. (40 Minuten Busfahrt, 2,20 Euro. Ich denke an den MVV.) Die Stimmung in Kiel ist angenehm locker. Wir fragen einen älteren Herrn wem die riesige Motoryacht (Typ Abramovich) im Hafen gehört. Er erklärt in dem er in verschiedene Richtungen zeigt: „Mir! Das ist mein Boot, das ist mein Haus und da hinten schaffen meine Nutten das Geld ran.“ Der nächste den wir fragen behauptet, dass Boot gehöre seinem Vater.

Tag acht: der Wind steht gut und wir fahren unter Segeln und ohne Regen weiter nach Eckernförde. Auf dem Weg kommt uns ein schöner Oldtimer entgegen in dem die Crew in der Takelage arbeitet:

Oldtimer

Am Abend besuchen wir meine Schwester in Grömitz und feiern ihren bestandenen Segel- und Motorbotschein. Es gibt eine riesige Party mit Feuerwerk („Ostsee in Flammen“) und Gewitter.

Tag Neun: Das Wetter hat sich wieder beruhigt und wir können weiter nach Kappeln segeln. Das Hafenfest in Kappeln ist vorbei aber im Hafen wütet schon wieder eine Art Discoabend. An Schlafen ist bis um zwei nicht zu denken.

Am letzten Tag ist das Wetter wie am Anfang unserer Tour: regnerisch. Wir sind froh als wir am frühen Nachmittag im Hafen von Schlesig einlaufen.

Abend in Heiligenhafen

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