Thanksgiving und Black Friday

30. November, 2011

Letzte Woche war Thanksgiving. Das ist eine Art Erntedankfest aber es hat auch irgendwas mit den Pilgervätern zu tun und dem friedlichen Zusammenleben mit den Ureinwohnern (das es wohl auch teilweise gab).

Die Amerikaner sind natürlich so gut wie alle zu ihren Familien gefahren weil Thanksgiving noch vor Weihnachten das wichtigste Familientest ist. Wir Ausländer haben unser eigenes Thanksgivingessen veranstaltet und es tatsächlich geschafft einen Truthahn zu braten (wobei ich damit nichts zu tun hatte). Außerdem gab es Kürbissuppe, Kürbiskuchen, Kürbiskäsekuchen, und gebackenen Kürbis; des weiteren Rotkraut, Kartoffelbrei, Süßkartoffeln, Salat, und natürlich Preiselbeeren. Die Eli’s (Yale Angehörige, nach Elihu Yale) können wirklich sehr gut kochen und organisieren.

Thanksgiving ist immer an einem Donnerstag. Am Freitag ist dann der Black Friday, an dem das Weihnachtsgeschäft eröffnet wird. Da gibt es immer unglaubliche Rabatte um die Leute in für Weihnachten in Kauflaune zu versetzen. Dieses Jahr ging es schon um Mitternacht, also direkt nach dem Thanksgivingessen, los. Es ist dann wohl immer ziemlich übel in den Läden. Es ist sogar schon mal jemand totgetrampelt worden. Spiegel Online hat einen Artikel dazu. Da heißt es

In einer Walmart-Filiale in Los Angeles etwa wollte sich eine Frau ihr Schnäppchen mit besonders harten Bandagen erkämpfen. Als eine Palette mit preisreduzierten Xbox-Spielkonsolen in den Laden geschoben wurde, nebelte sie die anderen Wartenden mit Pfefferspray ein, wohl, um sich ein Exemplar sichern zu können. In der darauffolgenden Panik zogen sich zehn Personen Prellungen und Schnittwunden zu, weitere zehn erlitten Augenverletzungen durch das Spray. Die Täterin entkam unerkannt.

Ich habe mir das aber nicht angetan und meine Schnäppchen online gemacht. Unter anderem habe ich mir ein Sofa und einen Fernseher gekauft. Das erste Sofa und der erste Fernseher den ich mir je gekauft habe.


The Game

28. November, 2011

Letztes Wochenende war die 128te Ausgabe von The Game, dem jährlichen Footballspiel von Yale gegen Harvard.

Leider hat ist Yale ziemlich chancenlos untergegangen und hat auch die letzten vier Mal davor verloren. Zum Glück führen wir aber immer noch in der ewigen Tabelle mit 65 zu 55 (es gab 8 Unentschieden).

The Game

Wichtiger als das Spiel selber sind aber natürlich Tailgating und Anfeuern des eigenen Teams. In diesen wichtigen Disziplinen ist Yale natürlich unschlagbar.

Tailgating

Beim Tailgating trifft man sich auf einem Parkplatz am Stadion, grillt und trinkt Alkohol. Das wird glücklicherweise trotz des Verbots von öffentlichem Trinken in New Haven von der Polizei lediglich wohlwollend beobachtet. (Dank der hohen Kriminalitätsrate hat die Polizei wichtigere Probleme. Irgendwas Positives muss es ja haben.) Der Name Tailgating kommt vom englischen Wort für Heckklappe. Denn man steht dabei traditioneller Weise zwischen Autos mit offenen Heckklappen.

Das Yale beim Anfeuern besser ist, wird durch dieses nette Video belegt. 2004 haben sich ein paar Yale-Studenten als „Harvard Pep Squad“ verkleidet und die Harvard-Anhänger auf der Tribüne dazu gebracht rote und weiße Schilder hochzuhalten um ihr Team mit „We Suck“ anzufeuern. Das bedeutet so viel wie „wir sind wirklich schlecht“. Mehr dazu steht auch auf www.harvardsucks.org.


Washington DC

17. November, 2011

Letzte Woche war ich bei einem Projektreffen in Washington DC. Zum Glück blieb vor und nach den Vorträgen noch einige Zeit zum Sightseeing.

Das Regierungsviertel scheint ziemlich klein zu sein. Man kann bequem zu den meisten Sehenswürdigkeiten laufen und es ist überraschend ruhig.

Hier sind ein paar Fotos.

Washington

Washington

Natürlich war ich auch bei Präsident Obama:

White House

Mit meinem Kollegen Liang vor dem Congress:

Congress


East Rock

13. November, 2011

In New Haven gibt es im Großen und Ganzen drei Stadtteile in denen die Mitglieder der „Yale community“, also Studenten, Professoren und Postdocs, wohnen.

Zum einen ist da Downtown, der Bereich um das New Haven Green. In Downtown gibt es Hochhäuser, Geschäfte, Bars, Restaurants und viele Gebäude des Yale Compus. Allerdings sind die Mieten in Downtown recht hoch und die Gebäude sind auch oft nicht besonders schön.

Das zweite beliebte Viertel ist Whooster Square. Die meisten Häuser dort sind Wohnhäuser. Historisch ist es das italienische Viertel und es gibt viele bekannte Pizzarien.

Das beliebteste Viertel ist allerdings East Rock. Dort wohnen auch die meisten Studenten und Postdocs aus meiner Arbeitsgruppe. Seinen Namen hat East Rock wegen des East Rock, einem kleinen Berg im Norden des Viertels.

East Rock

Die meisten Häuser in East Rock sind Mittelgroße Wohnhäuser von denen die meisten schätzungsweise am Anfang des 20sten Jahrhunderts gebaut wurden.

Street in East Rock

Außer vielen Bäumen gibt es auch einige Delikatessen-Supermärkte in denen man die besten europäischen Produkte bekommt. Unten ist noch ein Foto auf dem ich mir East Rock vom East Rock ansehe.

East Rock from East Rock Mein Apartment ist auch in East Rock, direkt am Park. Die Straße ist zwar recht laut aber dafür ist es auch nicht teuer und man hat eine sehr schöne Aussicht auf den Park:

Apartment View


Update aus New Haven

5. November, 2011

Ich bin jetzt seit etwa zehn Tagen in New Haven. Momentan wohne ich noch bei meinem Kollegen Mike und seinem Mitbewohner im Wohnzimmer aber ich habe schon eine Wohnung gemietet.

Das Ansammeln einer „Credit History“ durch Benutzen meiner amerikanischen Kreditkarte hat sich sehr bezahlt gemacht so dass ich problemlos Verträge für Internet und Handy abschließen konnte.

Morgen fahre ich mit meinem Chef zu Ikea (er hat einen Van) und kaufe ein Bett. Am Sonntag Morgen muss ich nach Washington auf ein Projekttreffen. Da unser Projekt sich mit Cyber Security beschäftigt werden auch einige Generäle Vorträge halten!?

Am Mittwoch Abend komme ich wieder und kann dann in die neue Wohnung ziehen. Dann habe ich hoffentlich etwas mehr Zeit zu bloggen.


Disputation

18. Oktober, 2011

Am 14. Oktober habe ich meine Doktorarbeit verteidigt. Die Verteidigung (Disputation) besteht aus einem 45-minütigen Vortrag und einer 30-minütigen, öffentlichen Prüfung. Hier sind zwei Fotos vom Vortrag:

Disputation 1

Disputation 2

Nach der Prüfung (war zum Glück nicht schlimm) hat Martin eine kleine Rede gehalten und es gab Sekt und ein bisschen was zu Essen. Meine Kollegen haben mir einen selbstgemachten Doktorhut übergeben.

Danke noch mal an alle die da waren. Es war ein sehr schöner Abschluss für die tolle Zeit an der LMU.

Disputation 3

Disputation 4

Disputation 5


Denn sie wissen nicht was sie tun

28. September, 2011

Wenn man, wie ich, die täglichen Nachrichten ausschließlich auf den einschlägigen Internetseiten liest dann ist man viel Kummer gewohnt. Wenn ich jedes Mal über den Unfug den ich lese bloggen würde, dann müsste ich das wohl hauptberuflich machen. Außerdem gibt es ja schon BildBlog (sehr empfehlenswert).

Da ich aber ein Freund und Wähler der Piratenpartei bin, habe ich mich entschlossen eine Ausnahme zu machen wenn es um die Piraten geht.

Heute schreibt Spieg(el On)line das Folgende.

Für die Deutschen erfüllen die Piraten vor allem die Rolle einer Protestpartei. Nur sechs Prozent sagen, sie würden die Partei wegen ihrer politischen Ziele wählen. Das ist das Ergebnis einer zweiten Forsa-Umfrage für den „Stern“.

Schon erschreckend, dass über 90 Prozent der Piratenwähler nicht wissen was sie tun. Allerdings liest sich die Stelle beim Stern etwas anders:

Nach einer weiteren stern-Umfrage erfüllen die Piraten für die Deutschen die Rolle einer Protestpartei. Nur 6 Prozent sagen, sie würden wegen ihrer politischen Ziele gewählt.

84 Prozent der Befragten sehen in den Piraten-Anhängern Wähler, die zu den anderen Parteien kein Vertrauen mehr haben.

Also sagen 84 Prozent der Befragten, dass sie glauben die Piratenwähler sind Protestwähler. Die 6 Prozent, die das anders sehen, sind also wahrscheinlich genau die Piratenwähler und die Umfrage ist nicht sonderlich überraschend.

Immer wieder interessant was einem beim Spieg-line für üble Lügen bedauerliche Irrtümer unterkommen.


Segeln auf der Ostsee

29. August, 2011

Tanker

Ich habe mal wieder segeln auf der Ostsee geübt.

Vor etwa zehn Tagen sind wir bei leichtem Regen in Schleswig aufgebrochen. Bei guten Wind erreichen wir nach fünf Stunden Kappeln, wo gerade das jährliche Hafenfest wütet.

Am nächsten Morgen sorgt das gute Wetter und der kräftige Südwestwind für reichlich Verkehr bei Schleimünde:

Schleimünde

Ohne Motor und bei ordentlicher Dünung (ich muss an Deck bleiben damit ich nicht seekrank werde) erreichen wir am Abend die alte Hafenstadt Marstal, unser erstes Ziel in Dänemark.

Am dritten Tag geht es bei ungünstigem Ostwind und sonnigem Wetter weiter nach Bagenkop.

In der Nacht ist Sturm. Am späten Vormittag lässt der Wind nach und wir entschließen uns trotz heftiger Dünung zurück nach Deutschland zu segeln, da der Wind idealerweise aus Nordost weht. Gegen Abend schläft der Wind ein und wir kommen unter Motor gegen 19 Uhr in Heiligenhafen an. Um noch etwas von der Stadt zu sehen, verbringen wir den fünften Tag unseres Törns in Heiligenhafen. Direkt neben dem Yachthafen gibt es einen langen Sandstrand und ein Vogelschutzgebiet. Auf der Landzunge zwischen Strand und Hafen stehen schöne kleine Häuschen:

Heiligenhafen 1

Heiligenhafen 2

Als Sahnehäubchen verläuft auch noch der FKK-Strand direkt vor den Häuschen.

Bei wenig Wind (aber ohne Regen) fahren wir an Tag sechs weiter Richtung Kieler Bucht. Wir müssen ein Schießgebiet der Marine umfahren und bekommen dabei teilweise Geleit vom „Sicherungsboot“ Schleswig-Holstein. Ich kann zum ersten Mal meine Funkausbildung von der Bundeswehr gebrauchen und mich ordnungsgemäß bei den sächsischen Soldaten der Schleswig-Holstein nach dem richtigen Kurs erkundigen (Bojen Hotel-9 und Hotel-3 ansteuern).

Das Highlight des Tages ist ein Schweinswal der in der Kieler Bucht in circa fünf Metern Abstand am Boot vorbeischwimmt. Die sieht man wohl nicht so oft. Am Abend erreichen wir unseren nächsten Hafen in Strande.

Am siebten Tag ist Regen vorhergesagt (tritt aber nicht ein) und wir verbringen den Tag in Kiel. (40 Minuten Busfahrt, 2,20 Euro. Ich denke an den MVV.) Die Stimmung in Kiel ist angenehm locker. Wir fragen einen älteren Herrn wem die riesige Motoryacht (Typ Abramovich) im Hafen gehört. Er erklärt in dem er in verschiedene Richtungen zeigt: „Mir! Das ist mein Boot, das ist mein Haus und da hinten schaffen meine Nutten das Geld ran.“ Der nächste den wir fragen behauptet, dass Boot gehöre seinem Vater.

Tag acht: der Wind steht gut und wir fahren unter Segeln und ohne Regen weiter nach Eckernförde. Auf dem Weg kommt uns ein schöner Oldtimer entgegen in dem die Crew in der Takelage arbeitet:

Oldtimer

Am Abend besuchen wir meine Schwester in Grömitz und feiern ihren bestandenen Segel- und Motorbotschein. Es gibt eine riesige Party mit Feuerwerk („Ostsee in Flammen“) und Gewitter.

Tag Neun: Das Wetter hat sich wieder beruhigt und wir können weiter nach Kappeln segeln. Das Hafenfest in Kappeln ist vorbei aber im Hafen wütet schon wieder eine Art Discoabend. An Schlafen ist bis um zwei nicht zu denken.

Am letzten Tag ist das Wetter wie am Anfang unserer Tour: regnerisch. Wir sind froh als wir am frühen Nachmittag im Hafen von Schlesig einlaufen.

Abend in Heiligenhafen


Bye Bye, Cambridge

29. April, 2011

Zum Abschied aus Cambridge gibt es hier noch einige Bilder von Cobbers, dem Haus in dem ich gewohnt habe.

Cobbers

Das Beste an dem Haus ist der große Garten.

Garten

Dort kann man jede Menge Tiere beobachten; hauptsächlich Vögel und Hasen. Aber auch ….

Rehe

Reh

Eichhörnchen

Eichhörnchen

und Fasane

Fasan


London

26. April, 2011

Am Karfreitag habe ich Saskia und Mattes (meinen Anwalt) in London getroffen.

Osford Circus

Die Stadt ist schon für die große königliche Hochzeit am Freitag geschmückt. (Am Hochzeitstag werde ich übrigens wieder nach München fliegen.)

London war anders als ich es mir vorgestellt habe. Ich fand es sehr bunt und alternativ. Vor allem Soho und Camden sind sehr cool.

Ich war auch überrascht wie kurz die Wege im Stadtzentrum sind. Man kann sich die berühmtesten Sehenswürdigkeiten zu Fuß ansehen. Die U-Bahn ist aber auch super. Es dauert nicht so lange wie in Berlin und ist sehr viel komfortabler als in München weil ständig U-Bahnen kommen und nicht nur alle 10 Minuten.

Tower Bridge


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